Was passiert bei Einzelhaltung?

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Husky78
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Was passiert bei Einzelhaltung?

Beitrag von Husky78 » Fr Apr 15, 2005 18:56

Hi


Jetzt habe ich schon immer gelesen das man Welli´s immer zu zweit oder mehr halten soll, weil es ein Schwarm Vogel ist usw

Ich meinte klar wir haben auch zwei Welli´s lebt sich auch besser und ich kann sie auch mal nen Tag alleine lassen wenn ich arbeiten geh,

Aber was passiert denn wenn man nur einen Vogel hält?
stirbt der schneller?
wird der nicht zutraulich?

Meine Schwägerin hat nämlich nur einen Vogel alleine lebend aber der ist auch quietsch fidel
Grüsse von Denny, Katja, Tweety und Peppy, Homer und Scooter. RIP Charly sowie die meine wunderbarste Schwester.

Vitali69
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Beitrag von Vitali69 » Fr Apr 15, 2005 19:39

Hi Husky78
Da passiert auch nichts. Entgegen der Behauptung vieler werden Einzel gehaltene Wellis nunmal viel viel zahmer als mehrere. Ausnahmen gibt es immer. Ein einzelner Welli ist wenn wer in der Familie dabei ist überhaupt nicht traurig wie manche immer Angst machen. Unser Jacky ist immer und überall mit dabei. Er ist 14 Jahre alt. Jacky spricht und ahmt alle Laute vom Telefon bis zur Klingel nach. Schon morgens beim Frühstück ist er dabei. Den ganzen Tag hat er Freiflug. Er mußte noch nie zum Tierarzt.
Greets, Vitali69

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ines3
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Beitrag von ines3 » Fr Apr 15, 2005 22:02

Ruft der denn nie nach Vögeln, die draußen fliegen? Ich glaube auch nicht, dass der traurig ist, wenn die Familie da ist, aber es ist halt ja nicht immer einer da und dann ist so ein Gesellschaftsvogel schon ziemlich allein.
Der Dativ ist dem Genitiv sein Feind!

gemmy

Beitrag von gemmy » Sa Apr 16, 2005 12:09

einen wellensittich allein zu halten entspricht überhaupt nicht seinem sonstigem lebensraum und seiner sonstigen lebensart, und zwar in einem schwarm zu leben, zu mehreren tausend vögeln, einen festen partner zu haben, zu brüten etc. deshalb ist es meiner meinung nach in keinster weise artgerecht einen vogel allein zu halten. durch einzalhaltung werden die vögel total fehlgeprägt, so wie der von vitali. findest du es nicht arm wenn der vogel aus lauter verzeweiflung eure stimmen nachahmt? Ich denke hätte er die wahl hätte er sich einen schwarm ausgesucht. es vergehen mit sicherheit vielzählige stunden in denen ihr keine zeit habt euch um den vogel zu kümmern, oder nicht?
Ich habe bis jetzt schon 4 einzelvögel aus jahrelanger einzelhaltung befreit. sie wiesen ALLE verhaltensstörungen auf, und das nicht zu knapp. ein vogel konnte kaum mehr ohne sein glöckchen leben habe ich es ihm aus dem käfig genommen, hat er zustände bekommen. nach monatelanger arbeit und eingewöhnung hat er sich jetzt an andere vögel gewöhnt und ist sogar fest verpaart. ich denke er würde sein jetztiges leben nicht mehr gegen sein altes tauschen wollen.
ein anderes beispiel eine wellihenne, die 7 jahrelang in einzelhaltung leben musste. sie hat bis heute verhaltensstörungen. sie krallt sich mit beiden beinen an das käfiggitter und schlägt rollen. früher hing sie in dieser stellung einige stunden täglich. jetzt kommt es nur noch selten vor.
ich könnte noch viele andere verhaltensstörungen aufzählen, die durch den egoismus des menschen, einen vogel allein zu halten entstanden sind, weil sich bei ihm das gerücht ,ein vogel werde nur alleine zahm, so tief verankert hat dass er seinem vogel eine artgerechte haltung unterschlägt. einzelhaltung ist meiner meinaung nach tierquälerei, weil man als mensch einem vogel nie das geben kann, was er in einem schwarm von anderen vögeln bekommen würde..

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budgie-O
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@gemmy

Beitrag von budgie-O » Sa Apr 16, 2005 13:27

>>>und zwar in einem schwarm zu leben, zu mehreren tausend vögeln, einen festen partner zu haben, zu brüten etc. <<<

Ist Paar- oder Schwarmhaltung in Wohnzimmern artgerecht und duerfen alle brueten? Finden alle einen "festen Partner"? Du sagst es doch selbst, die Schwaerme in der freien Natur sind sehr gross. Da bestehen noch die Moeglichkeiten einen Partner zu finden und monogam zu leben und zu schwaermen.......

Warum wird hier soviel von Krankheiten berichtet?

>>>Ich denke hätte er die wahl hätte er sich einen schwarm ausgesucht<<<

Deine Voegel wuerden die australische Steppe sicherlich auch vorziehen, oder? Ich finde es aber gut, dass du dich um schlecht behandelte Einzelvoegel kuemmerst.

Ich denke auch, dass Einzelhaltung nicht die optimalste Loesung darstellt, da in den meisten Faellen, so wie du beschrieben hast, zuwenig Zuwendung stattfindet und auch ich finde den Anblick leidender Tiere furchtbar.

Jede private Tierhaltung (nicht nur Einzelhaltung) ist doch reiner Egoismus.

Ich wuerde aber nicht behaupten, dass jede Einzelhaltung Tierquaelerei bedeutet. Es gibt auch Ausnahmen. Gesunde, muntere Tiere. die selten alleine sind.
Dass du nur schlechte Beispiele kennst tut mir leid!

Ich moechte mir hier keine Feinde machen, da ich das Forum wegen seiner zumeist sehr sachlichen und informativen Berichte (und Fotos) liebgewonnen habe.
Aber ich musste jetzt einfach mal meinen Senf dazugeben.
Manchmal denke ich es gibt nichts schlimmeres auf der Welt als Einzelhaltung.

@zoe
Warum haben soviele "Schwarmvoegel" eine Kropfentzuendung????

Vitali69' s Vogel ist 14 Jahre alt und war noch nie beim Arzt!!

reisst euch mal ein bisschen zusammen und lasst andere Meinungen gelten, moegen sie fuer euch auch unverstaendlich und falsch erscheinen!

Diejenigen, die einen kranken, verstoerten Einzelvogel halten werden hier sicherlich nicht schreiben, weil es ihnen sch....egal ist.

Also seid nett zueinander!!!

Schoenen Tag noch...

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Neandertaler
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Beitrag von Neandertaler » Sa Apr 16, 2005 14:51

Bisher habe ich mich aus dem gesamten Thema Einzel- oder Schwarmhaltung herausgehalten, aber was ich heute wieder mal so geballt zur Kenntnis nehmen muss, da kann ich mich wieder nicht bremsen.

Ich kenne viele Wellensittiche aus Paarhaltung, die würden bestimmt mit ganzv ielen einzeln gehaltenen Vögeln ihre Position sofort tauschen, wenn sie dürften und es könnten. In der Regel werden einzeln gehaltene Vögel sehr gut versorgt und auf ihre Eigenheiten eingegangen.

Dass nun jede Äußerung und Regung des Vogels menschlich gedeutet wird, das ist ein Punkt der micht stört. Wellensittiche lernen nicht "aus Verzweiflung" menschliche Laute nachzuahmen, sondern weil es ihre Neigung und Veranlagung ist. Selbst bei Volierenhaltung großer Schwärme hat man beobachten können, dass die Laute anderer Vögel nachgeahmt werden, die in Nachbarvolieren untergebracht sind. Oder etwa das Quitschen der Türen, usw. Zwingen kann man die Nachahmung von Lauten nicht, das kommt freiwillig und die Ergebnisse sind immer für eine Überraschung gut. Diese "Spötter-Eigenschaften" (nach der Vogelart Spötter) kennt man auch von anderen Vogelarten. Wenn nun ein Wellensittich etwas nachspricht, was seine Halter ihm vorsprechen, dann ist darin abslut nichts verwerfliches zu sehen. Es ist auf keinen Fall ein Indiz für falsche Haltung.

Nun zur Haltung an sich. Es wird immer die freíe Wildbahn als Referenz genannt. Ich habe die Lebensräume wilder Wellensittiche gesehen. Wenn die wüßten, wie gut sie es in Europa in menschlicher Obhut hätten, auch in Einzelhaltung, die Botschaften könnten sich vor Ausreiseanträgen nicht retten!

Wenn ein Wellensittich-Schwarm züchtet und die Jungen flügge werden, dann leben von den Jungvögeln nach 3 Monaten nur noch weniger als die Hälfte. Dien anderen werden von anderen Tieren gefressen. 90 % der Vögel erreichen nicht einmal ihren 1. Geburtstag. Aber die restlichen 10 % sind eben die durch natürliche Auslese für diese Lebensräume die am besten angepassten herausgefilterten und die sind dann für die Arterhaltung zuständig.

Und wie steht hier: es bilden sich Paare ud die leben freidlich zusammen. Das erinnert mich an die Märchen .. und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute ... Selbst bei Paaren wilder Wellensittcihe gibt es Streit, Beißerei und Rangeleien um Partner, Nistplätze, Schlafplätze und um das Futter. Es ist dort nicht der Einzelvogel wichtig, sondern immer nur der Schwarm und die Art. Wenn eine Echse ein Gelege räubert, dann sucht die Henne, sofern sie überhaupt überlebt hat, eine neue Nisthöhle. Zur Not wird das Gelege einer anderen Henne dabei erst einmal zerstört. Und wenn diese Henne auch Opfer wurde, dann sprengt der Hahn eine andere Bindung -oder er versucht es.

Wenn die Paarhaltung so artgerecht gegenüber der Einzelhaltung ist, warum wird dann so oft über Gesundheitsprobleme paarweise gehaltener Vögel berichtet? Und wenn die Paarhaltung so natürlich ist und für die Wellensittiche das als der große Traum dargestellt wird, warum gibt es dann immer wieder Berichte über Probleme bei dieser Haltungsform?

Wohlgemerkt: Ich selbst empfehle meistens eine mindestens paarweise Haltung. Allerdings sehe ich das nicht als Dogma, sondern gebe auch hin und wieder Vögel in Einzelhaltung ab. Ich kenne meine Vögel sehr gut, weil ich zum einen eine beträchtliche Erfahrung habe und zum zweiten mir zutraue, zu beurteilen, ob ein Vogel von einer Veranlagung her als Einzelvogel geeignet it.

Ich sehe jeden meiner Vögel als Individuum, und es gibt immer wieder mal welche, die absulut nicht zur Paar- oder Schwarmhaltung sich eignen, die zänkisch und bissig sind. Die sind in Einzelhaltung am besten aufgehoben. Ich wehre mich aber dagegen, in diesem Zusammenhang den Begriff Tierquälerei zu verwenden.

Ich bin zwar kein Fussballer, aber ein Spruch ais dieser Branche passt auch hier zum Thema: Lasst uns den Ball flach halten. Oder Denny würde sagen: Lasst den Puck dicht am Eis!
Mit Züchtergruß
aus dem Neandertal
Gerd Bleicher
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gemmy

Beitrag von gemmy » Sa Apr 16, 2005 15:28

Also, klar ist das thema "Freilebende wellensittiche in australien" weit hergeholt, zudem wir den vögeln hier eh nie die verhältnisse und den freiraum bieten könnten, wie sie ihn da haben, aber man sollte einfach mal bedenken, dass der ursprüngliche wellensittich mit mehreren hundert wenn nicht tausend vögeln zusammengelebt hat und auch immer noch lebt. stellt man sich dagegen einen einzelvogel in einem kleinen käfig vor dann kann ich das nicht anders nennen als tierquälerei. klar gibt es abstufungen, es mag viele leute geben, die sich auch genügend um ihren vogel kümmern - was für mich aber trotzdem kein ersatz für einen partnervogel darstellt- aber genau so gibt es leute und davon viel zu viele , die lassen den vogel vor sich hinleben, weil sie noch nie was davon gehört haben, dass wellensittiche schwarmtiere sind. ich denke es ist endlich mal aufklärung nötig, was diese sache angeht. es mag immer wieder ausnahmen geben -das gebe ich zu- wo sich zwei vögel mal nicht verstehen, aber man muss ja wohl sagen, dass die vögel sich in den meisten fällen zusammenraufen. als halter ist es ja aber auch nicht damit getan einfach einen 2. vogel mit in den käfig zu stopfen, darauf zu achten, dass sich die vögel verstehen gehört mindestens genauso dazu. ich habe genug vorher nachher vergleiche, und ich bin mir zu 100% sicher, dass die einzelvögel die ich bisher freigequatscht habe, nie ihr altes leben zurückhaben würden wenn sie die wahl hätten.
und auch jeder einzelvogel um den man sich genug kümmert, würde wahrscheinlich lieber mit einem weiteren vogel zusammenleben. ich hatte meinen ersten wellensittich auch allein. er hat auch alle möglichen geräusche nachgeahmt. er hat nachts mit dem kopf unter seiner glocke geschlafen. wenn ich ein bidl hätte, ich würde es reinsetzen. der arme vogel denke ich mir nur, wenn ich zurück denke. gott sei dank habe ich mich schlau gemacht und ihm einen partner geholt. jetzt lebt er mit 6 weiteren in meiner voliere und ist glücklich. folgeschäden hat er glücklicherweise auch nicht behalten.
und das ist jetzt nicht unbedingt ein negativbeispiel von einem einzelvogel gewesen, da wir uns sicherlich genügend mit ihm beschäftigt haben!

Esmuss natürlich jeder wissen ob er sich einen zweitvogel holt oder nicht. aber man sollte doch versuchen dem vogel ein möglichst artgerechtes leben zu ermöglichen, und da sehe ich kein drumrumkommen um einen oder mehrere artgenossen!

Vitali69
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Beitrag von Vitali69 » Sa Apr 16, 2005 15:34

@digifanzoe

Du hast wohl noch nie einen Wellesittich gehalten? Da ist doch Horrormärchen was du erzählst . Kenn viele einzelne Wellis. Alle gesund und pumpel munter! Für deine Behauptung hast du keine Beweis.

Greets, Vitali69

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Beitrag von Vitali69 » Sa Apr 16, 2005 15:36

gemmy hat geschrieben:einen wellensittich allein zu halten entspricht überhaupt nicht seinem sonstigem lebensraum und seiner sonstigen lebensart,
Eine Wellesittiche in Deutschland zu haben ist nicht seine Lebensraum!
Wellesittiche sind Wildtiere und gehören nicht in Käfig.

Greets, Vitali69

gemmy

Beitrag von gemmy » Sa Apr 16, 2005 15:42

also, dann dürfte ja niemand überhaupt vögel halten. aber wenn du mal darauf geachtest hast, habe ich gesagt, dass man den vögeln ein möglichst artgerechtes leben bieten soll. dass die verhältnisse nicht wie australien sein können, das ist wohl klar :roll:
ich meinte damit eher: Genügend freiflug, besser noch große geräumige volieren, andere artgenossen, gutes futter etc..

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Beitrag von Neandertaler » Sa Apr 16, 2005 15:51

und genau da beißt sich die Katze in den Schwanz: gutes Futter und am besten regelmäßig Wasser. Das sind u.a. 2 Bedingungen, die die Wildvögel absolut nicht haben. In freier Wildbahn muss ein Wellensittich auch einmal 2 Wochen oder noch länger ohne jedes Wasser oder Wioldkräuter auskommen und auch anhaltende Perioden mit Unterernährung sind normal.

Noch einmal zuer Bestätigung: meine Vögel haben immer uneingeschränkt Zugang zu Futter und frischem Wasser! Aber: das steht in völligem Gegensatz zu den Lebensbedingungen der Wildvögel.

Ich bin im übrigen der Meinung, dass unsere Wellensittiche eine voll domestizierte Vogelart sind, denn sie werden seit Mitte des 19. Jahrhunderts (Gräfin Schwerin) in menschlicher Obhut gezüchtet. Ich habe sogar große Zweifel, ob unsere heutigen Wellensittiche überhaupt in Australien im Outback überleben würden.

Deshalb sollten wir bei aller gegensätzlicher Diskussion in der Frage Einzel-, Paar- oder Schwarmhaltung überlegen und sehr vorsichtig sein, mit Argumenten aus dem Leben des wilden Wellensittichs zu argumentieren.
Mit Züchtergruß
aus dem Neandertal
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gemmy

Beitrag von gemmy » Sa Apr 16, 2005 16:14

also gut, mit dem futter und wasser magst du recht haben. da stimme ich dir zu.
aber darum ging es ja in diesem fall weniger, sondern hauptsächlich um die haltung eines vogels OHNE artgenossen. da schien es mir sehr praktisch die lebensweise freilebender vögel heranzuziehen, denn diese leben eben in schwärmen, wie es für den wellensittich typisch ist.
und das beißt sich eben auch -wellensittiche in australien zu tausenden, dem entgegengestellt ein einzelner wellensittich in einem käfig.

ich denke uns ist mit sicherheit die möglichkeit gegeben, einen gesunden mittelweg zu finden. Und deshalb bin ich eben NICHT für einzelhaltung, da diese nicht annähernd artgerecht wäre. jetzt könnte man sagen, zwei vögel zusammen zu halten, das könne auch keine artgerechte haltung sein. aber es ist mit sicherheit ein schritt in die richtige richtung.

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Beitrag von ines3 » Sa Apr 16, 2005 16:35

Artgerecht ist ja gut und schön, aber wo bleibt die Zahmheit? Wenn ich 6 VÖgel in einer Voliere halte, dann ist das schön - für mich als Erwachsenen. Vielleicht gehe ich auch ab und zu in die Voliere und spiele? mit den Vögeln. Wobei sie vermutlich gut ohne das auskämen. Aber viele, viele Wellis werden doch von Familien mit Kindern angeschafft, als Haustier sozusagen. Und da sollte der Vogel zahm sein. Sonst haben die Kinder nichts davon, nur Frust, weil der Vogel immer wegfliegt. Die Zahmheit ist der Grund für die Einzelhaltung, wie Vitali auch schreibt. Sein Vogel ist zahm und in die Familie integriert. Optimal, wenn man das bei mehreren hinbekommt, wie es auch fjs66 am Eingang der Diskussion beschreibt. Schritt für Schritt zum zahmen Schwarm. Ich finde das ist das A und O, es sei denn, ich will meine VÖgel eh nur beobachten. Gruß Ines
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Beitrag von Neandertaler » Sa Apr 16, 2005 16:45

Wenn gemmy meint:

ich denke uns ist mit sicherheit die möglichkeit gegeben, einen gesunden mittelweg zu finden. Und deshalb bin ich eben NICHT für einzelhaltung, da diese nicht annähernd artgerecht wäre.

dann kan ich dieser Aussage absolut nicht folgen. Grund: da wird auf einen "gesunden Mittelweg" gehofft, aber im nächsten Halbsatz auf dem eigenen dogmatischen Standpunkt beharrt.

Kurz gefasst meine Position: Grundsätzlich befürworte ich die (mindestens) Paarhaltung, aber wenn das Individuum Wellensittcih aus meiner Einschätzung eher ein Typ für die Einzelhaltung ist, dann habe ich auch nichts dagegen, dass dieser in einer entsprechend eingestellten Familie mit vioel Zuwendung ein neues Zuhause findet.
Mit Züchtergruß
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Beitrag von Franz DSV1739 » Sa Apr 16, 2005 16:48

Hallo,

wahnsinnig interessante Diskussion mit fast der gesamten Bandbreite an Argumenten.
Besonders interessant finde ich die Darlegung der Fakten durch Neandertaler. Wer sich Vorort in Australien informiert hat, weiß halt einfach einen Ticken mehr als andere! Super!

Ziel aller Tierfreunde ist es, daß es unseren Schützlingen gut geht.
Mit übertriebener Argumentation gegen die Einzelhaltung erreicht man nur, daß man unglaubwürdig erscheint.

Angebracht halte ich Argumente F Ü R die Paar/Schwarmhaltung:

1.) Bei entsprechender Vorgehensweise werden auch mehrere Wellensittiche super zahm.

2.) Ein Pärchen zu beobachten ist viel schöner als nur einen Einzelvogel zu halten, bzw. wer ist schon gerne alleine?

3.) Ein Pärchen kann auch mal übers Wochenende mit guten Gewissen alleine gelassen werden. Welcher Tierliebhaber fährt übers Wochenende weg und lässt seinen Hund alleine? Also sollte man das auch mit einem Wellensittich nicht tun.

Ich halte das für die wichtigsten Argumente für die Paarhaltung. Damit ist auch das (einzige) Argument für die Einzelhaltung entkräftet: Nämlich, daß man ja einen zahmen Wellensittich halten will.

Grüße
fjs66

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Beitrag von Franz DSV1739 » Sa Apr 16, 2005 16:50

Ergänzung:

Deshalb finde ich die Banner "Gegen Einzelhaltung" auch strategisch sehr unklug. Besser wäre: "Für Paarhaltung", oder ähnliches.

Grüße
fjs66

gemmy

Beitrag von gemmy » So Apr 17, 2005 10:26

@ines

ein wellensittich ist meiner meinung nach eh kein "Kuscheltier" für kinder und scheint mir sowieso ungeeignet. aber wenn es viele leute darauf anlegen, einen zahmen welli zu bekommen, kann man sich auch die mühe machen zwei zu zähmen...und das scheint ja bei sehr vielen hier zu klappen!

gemmy

Beitrag von gemmy » So Apr 17, 2005 10:32

@Neandertaler

ich wusste nicht dass es wellensittiche gibt, die lieber alleine leben wollen. ich denke das kann man nur in den wenigsten fällen beurteilen!
Ausserdem: Weißt du, ob man sich um deinen vogel, den du als einzelvogel abgegeben hast, nach einigen wochen noch genügend kümmert? Hälst du zu allen familien, zu denen du einen einzelnen vogel gegeben hast noch kontakt? Also ich denke es ist kaum ein vogel als ein artuntypischer zur welt gekommen, und damit meine ich einen vogel, der keinen artgenossen bei sich haben will, tut mir leid, aber der vogel muss doch eine verhaltensstörung haben oder? Dass nicht jeder vogel mit jedem auskommt, kann ich nachvollziehen, aber dass man grundlegend sagen kann "Dieser vogel taugt nicht zur paar- oder schwarmhaltung" das kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen.

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Beitrag von Neandertaler » So Apr 17, 2005 11:04

Ich argumentiere anders: Dieser oder jener spezielle Vogel ist so geprägt, dess er für eine Einzelhaltung infrage kommt. Mancher davon wäre auch schwarm-geeignet.

Es gibt durchaus Wellensittiche, die sich im Schwarm nicht wohl fühlen. Wenn ich solche dann einzeln in einen freien Käfig setzen, blühen sie richtig auf. Ich gebe aber zu, dass sie in Rufkontakt mit den anderen sind und das in engerer Auslegung noch keine Einzelhaltung darstellt.

Was nun die "Kontrolle" der Käufer betrifft, da muss ich mich auf meinen Eindruck über die Familie verlassenb. Da kann ich natürlich auch falsch liegen. Aber wer weiß wirklich, ob alles stimt, was einem da erzählt wird.

Ich könte ganze Romane über Züchter schreiben, was die alles an Tricks und Geschichten erfinden, um von mir einen bestimmten Vogel zu bekommen.

Es gibt im Verkaufsgespräch auch Anhaltspunkte für meine Verkaufsentscheidung. In der Regel sind heutige potentielle Vogelhalter sehr gut informiert und vorbereitet. Das merke ich an den Fragen, die sie stellen.

Ich habe aber auch die Freiheit, einem beruftstätigen kinderlosen Paar zu sagen, dass ich ihnen keinen Vogel verkaufe. Und das kommt nicht selten vor. Ich habe mich da auch schon beschimpfen lassen müssen, aber das nehme ich gelassen.

Ich habe keine Bedenken, einem ans Bett oder Zimmer gebundenen Menschen im Altenheim, der nur 1 Tier halten darf, einen hiuerfür geeigneten Wellensittich in Einzelhaltung zu geben. Da das oft Leute sind, die finanziell stark eingegrenzt sind, verschenke ich sogar in solchen Fällen einen Jungvogel.

Meine Philosophie: Ich entscheide von Fall zu Fall ind sehe sowohl die Menschen als auch die Wellensittiche immer als indviduell verschiedene "Persönlichkeiten".
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Beitrag von Lucky » So Apr 17, 2005 21:50

Einzelhaltung hin einzelhaltung her !

Ich finde es trotzden nicht ok das bei jeder frage gleich der satz kommt kauf ihm einen partner bla bla bla. wenn der neuling mit einem welli schon ein problem hat lösst dieses ein zweiter welli der sofort gekauft werden sollte auch nicht. es mag zwar für die tiere im ersten moment das richtige sein, aber noch lange nicht für den halter der dann eventuell noch ein problem mehr hat und die lust an den tieren eventuel ganz verliert.
ausserdem denke ich das ein wellihalter der mit seiner frage hier auftritt nicht nur den einen treat liest sondern auch weiter auf der page liest und so ganz alleine zu diesem viel diskutierten thema kommt und sich dann sein eigenes bild über einzelhaltung machen kann ohne sich bedrängt zu fühlen.
wir haben seit ca 7 jahren wellis und bis vor 6 monaten eigentlich fast nur pech,obwohl wir zeitweilig sogar 3 wellis hatten weil uns der 3te zugeflogen war. das zu schilder würde allerdings ewig dauern. auf alle fälle ging das soweit das wir 2 der 3 wellis abgegeben haben und unseren maxi der auch zuerst da war 3 jahre alleine gehalten haben bis er uns vor gut 7 monaten verstorben ist.
es kamm das noch die gleiche woche unser lucky zu uns und ich war wie mein mann überzeugt es bleibt bei einem.
ich fand dann diese seite hier und begann täglich begeistert zu lesen nur fragen und antworten traute ich mich nicht so oft weil ich dieses wie du hast nur einen welli? haste wie die pest.
das nun unser robby oder robbyne dann doch noch zu uns kamm nach gut 6 monaten einzelhaltung für lucky lag aber bestimmt nicht an diesen sätzen sondern weil ich das so wollte . es hat mich viel arbeit gekostet um meinen mann davon zu überzeugen und diesmal scheinen wir richtig glück gehabt zu haben. wir kennen aber auch die negative seite von paar oder schwarmhaltung und ich kann beide seiten verstehen und akzeptiere auch die einzelhaltung

gruß anja

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