Wie meinen besten Freund die Paarhaltung veränderte...

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Samwise
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Wie meinen besten Freund die Paarhaltung veränderte...

Beitrag von Samwise » Mo Feb 21, 2005 11:36

Das hier ist eine kleine Geschichte, die ich vor etwa 4 Jahren erlebt habe. Zumindest war das der Zeitpunkt, an dem ich feststellte, wie sehr sich mein Freund veränderte.

Ich habe 1992 einen gelben Wellensittich bekommen und war so glücklich, als er bereits 2 Tage später auf die Hand kam und ziemlich schnell anfing zu sprechen. Innerhalb eines Jahres entwickelte er sich zu einem richtigen Multitalent, er bemerkte wenn es mir schlecht ging, er bemerkte alles wenn etwas nicht stimmte, ich erinnere mich heute immernoch gerne an den Zeitpunkt wo ich meinen ersten Freund hatte und Baby (so hieß mein Wellensittich) auf ihn geflogen ist und ihn attackiert, gebissen und beschissen hat, weil er ihn nicht leiden konnte.

Das lief etwa 4 Jahre so. Absolute Einzelhaltung. Ich habe dieses Tier abgöttisch geliebt auch wenn andere es „nur“ als Vogel abtaten. Baby ging mir über alles. Nach 4 Jahren wurde er sogar gegen mich bissig und hat sich kaum mehr anfassen lassen.

Damals entschloss ich mich dann, ihm ein Weibchen zu besorgen. Susi war wohl etwas älter als er, das weiß ich bis heute nicht, aber sie war schon ausgewachsen. Die beiden wurden zu einem richtigen Traumpaar. Leider bekam ich Susi nicht zahm, ich gehe davon aus, dass es daher kam weil sie schon älter war und bis dahin nur in einem schwarm lebte.

Die beiden lebten etwa noch 4 Jahre zusammen. Damals musste ich Susi im Oktober einschläfern lassen aufgrund eines Tumors im Unterleib. Baby war damals ausser sich, aber dadurch dass ich daheim wohnte, erlaubten mir meine Eltern damals nicht, wieder einen zweiten zu holen.

Baby ist am 25. August, ein Jahr später als Susi in meiner Hand gestorben. Ich glaube heute noch dass es deswegen gewesen ist, weil er sie so vermisst hat... und mit einem Menschen allein nicht mehr zurecht kam und seine Rasse vermisste.

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Etwa 2 Jahre später kam „Kleiner“ zu mir nach Hause. Er war acht wochen alt, ein richtiges Küken noch, so wie er sich verhielt und sich immernoch unten in eine Ecke des Käfigs kuschelte und dort schlief. Ich zog ihn groß und er wurde auch nach einer ganzen Weile zahm. Heute weiß er nur zu gut wie er uns auf der Nase herumtanzen kann. Als ich „Kleiner“ etwa 1 Jahr lang hatte, holte ich Süsse dazu. Süsse ist zwar etwas schüchtern, aber dadurch dass ich sie bekommen habe, als sie auch etwa 8 Wochen alt war, ist sie auch sehr zahm.

Leider kommen die beiden nicht sehr gut miteinander aus. Er bedrängt sie stark und sie lässt ihn nicht an ihn heran. Kleiner wird im September 3 Jahre alt, Süsse hingegen im Juli 2.

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Ich bin bedingt für eine Einzelhaltung. Und zwar bin ich der Überzeugung, auch wenn viele das anders sehen, dass ein Wellensittich nicht im Schwarm zahm werden kann. Wenn es jemals nochmal soweit kommt dass ich einen neuen Vogel holen muss, bzw. ein neues Pärchen, dann immer mit einem Jahr abstand dazwischen, damit der erste Vogel sich an den Menschen gewöhnen und zahm werden kann. Auch wenn ich teilweise damit vielleicht gegen ein ungeschriebenes Gesetz verstoße, ich glaube, es ist das beste, den ersten Vogel zumindest gut zahm zu bekommen, bevor man einen zweiten dazu holt.

Und doch denke ich dass paarweise Haltung besser ist als die Einzelhaltung.

Ich denke ihr wisst schon wie ich das meine... ;)

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weserbutscher
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Beitrag von weserbutscher » Fr Jun 17, 2005 17:46

Ich hab ein Pärchen, jetzt ca. 6 Wochen. Beide sind absolut zahm und haben Vertrauen. Allerdings den Partner könnte ich ihnen nicht ersetzen. Beim Vorgänger war die beziehung zu mir zwar enger aber wenn ich meine turteln sehe, glaub ich sachon die sind glücklicher. Auch müssen die ja nicht arbeiten und können den ganzen Tag zusammen sein.

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Wellensittich allein oder zu zweit

Beitrag von catty » Di Jan 16, 2007 8:25

Ob man einen Wellensittich allein oder zu zweit halten sollte, hängt immer von dem Tier an sich ab.
Häufig ist es so, dass man eben vorher nicht weiss, wie sich das Tier entwickeln wird, und es kann sein, dass wie man es macht, man es verkehrt macht.
Ich denke, hier gibt es keine Pauschallösung. Sinnvoll ist es natürlicher, wenn man die Wellensittiche als Paar hält.
Normalerweise sind Sittiche Gesellschaftsvögel und lieben die Unterhaltung mit ihren Artgenossen.
In Ausnahmefällen kann es jedoch sein, dass ein Vogel nicht mit dem anderen Partner zurechtkommt, ehe man das überhaupt richtig registriert, kann es schon fast zu spät sein, wie ich letztens bei den beiden Wellensittichen einer Freundin mitbekam.
Als damals der eine gestorben war, kam ein neuer Sittich für den noch vorhandenen dazu, eben mit der Absicht, dass der Hinterbliebene nicht allein sein sollte. Da dieser aber eher dominierend war, sich das anfangs aber nicht sehr herauskristallisierte, war es nur eine Frage der Zeit, bis dieser dem anderen Sittich das Futter abspenstig machte.
Der unterlegenere Sittich traute sich nicht mehr zum Napf, ständig wurde er mit dem Schnabel gehackt. Als wir das erst mal so richtig deutlich mitbekamen, war es schon zu spät. Der andere Wellensittich war derweil so schwach geworden, dass er trotz Aufbauspritzen nicht mehr zu sich kam. Leider verstarb er ein paar Tage später.
Seit dieser Zeit, ist der andere Wellensittich noch mehr aufgeblüht, und das Verkehrteste im Moment wäre, ihm einen neuen Artgenossen zukommen lassen zu wollen...

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Beitrag von Neandertaler » Di Jan 16, 2007 10:31

Ja, es ist richtig, dass es (sehr selten) Wellensittiche gibt, die nicht zur Vergesellschaftung mit ihresgleichen geeignet sind. Ich schätze einmal, dass das bei 1 % der Vögel der Fall ist. Deshalb möchte ich aber im Normalfall davon ausgehen, dass eine (mindestens) Paarhaltung die artgerechtere Art der Haltung in menschlicher Obhut ist.
Mit Züchtergruß
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Beitrag von Nele » Fr Jan 26, 2007 21:12

Vogelzucht-Hamburg hat geschrieben: Ich finde 1 Jahr Einzelhaft für zu lang.
Dem kann ich nur zustimmen. In einem Jahr hat ein Wellensittich das Sozialverhalten zu Artgenossen "verlernt", bzw. wird es -wie Du es selbst erlebt hast- schwer, Wellis miteinander zu vergesellschaften.
Ich habe nichts gegen eine vorübergehende Einzelhaltung, um einen Welli zu zähmen. Allerdings "verpasst" man dadurch auch mal ganz schnell die Zeit, und so geht man das Risiko ein, dass ein Welli zu sehr vermenschlicht wird.
Einen Wellensittich bekommt man übrigens auch schneller zahm- ein Jahr zu warten halte ich für defintiv zu lang! Damit tut man weder sich und schon gar nicht dem Tier einen Gefallen.

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