kranke Henne trinkt nichts ?

Die Tipps im Forum können in vielen Fällen den Gang zum Tierarzt nicht ersparen! Dennoch bitte ich hier um regen Erfahrungsaustausch!
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Gunny
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kranke Henne trinkt nichts ?

Beitrag von Gunny » Mo Mai 07, 2018 8:59

Guten Morgen!

Ich habe eine Henne, die schon länger aufgeplustert rumsaß. DIe habe ich natürlich sofort von den anderen Hennen(etwa 30) isoliert, als ich merkte daß etwas mit ihr nicht stimmt. Sie bekam dann eine eigene Doppelbox. Wenns dann die täglichen Kolbenhirse gab war sie sofort zur Stelle und hat auffallend hektisch gefressen.
Kurzum, sie hat insgesamt wenig normales Futter gefressen und relativ wenig getrunken. Ich gebe dann als erste Maßnahme immer nen Tropfen mit 0.12% Ivermectin um Parasiten auszuschliessen, aber Keine Besserung nach 10 Tagen :-(.
Jetzt habe ich ein 2 Paare angesetzt und da ich ja dann immer Keimfutter reiche, kriegt sie auch immer ca 2 Eßlöffel davon. Da stürzt sie sich immer richtig drauf. Sie wartet sogar morgens immer auf dem Futtertisch auf das Futter.

Jetzt war ich letzte Woche mit ihr beim Tierarzt und der hat ihr dann ein Antibiotikum fürs Trinkwasser verschrieben. Das soll sie 5-7 Tage kriegen und ich habe eine normale 75ml-Tränke Wasser mit dem Medikament drin gegeben. Das startete ich Samstag(05.05), morgens. Nachmittags gibts Eifutter mit "bene-bac" drin um die Darmflora zu unterstützen.
Jetzt habe ich heute wie jeden Tag geschaut und ich könnte SCHWÖREN daß da kein einziger Tropfen aus der Tränke fehlt. Ist das überhaupt möglich ? Muss nicht ein Wellensittich bei seinem relativ schnellen Stoffwechsel täglich mehrmals trinken ? Oder kann ein Wellensittich aufgrund dessen, daß er einegtlich ein Halb-Wüsten-Tier ist, seinen täglichen Wasserbedarf auch aus zB Keimfutter decken ?

Wenn ja, sollte ich ihr dann kein Keimfutter mehr geben ? Oder sollte ich ihr das Trinkwasser quasi "mit Gewalt" täglich mit ner kleinen Kanüle einflößen ?

Ich erinnere mich da an einen ähnlichen Fall vor ein paar Jahren. Da war es ein Hahn, der sich sehr ähnlich verhalten hat wie diese Henne. Der hat auch Antibiotika verschrieben bekommen. Als ich dann merkte daß er auch nahezu nichts zu sich nimmt, habe ich mich dann dazu entschlossen seine "Frau" :) einfach dazu zu setzen und sie die ganze Kuhr einfach mitmachen zu lassen. Die hat ihn dann oft gefüttert und offensichtlich hat er das Medikament dann über sie bekommen. Nach ca 8 Tagen war der Hahn wie ausgewechselt, wieder gesund.

Das Problem ist bei der Henne aber, daß sie gar keinen Hahn, oder eine "Freundin" hat die sie füttern könnte.

Was wäre jetzt das beste ? "Zwangs-Trinken", abwarten weil sie trinken MUSS, oder nen Hahn dazu setzen ?

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Re: kranke Henne trinkt nichts ?

Beitrag von Franz DSV1739 » Mo Mai 07, 2018 12:59

Hallo,

ich würde ihr das Medikament einflößen, wenn sie nicht trinkt.
Ruf den TA an und frage nach der richtigen Dosierung, wenn du es mittel Kropfkanüle direkt
in den Schnabel gibst.

Das mit dem benebac kannst du dir übrigens sparen, solange du ein Antibiotikum gibst.
Die Lactobazillen überleben die Antibiotikagabe nicht.

Nach der AB Kur, bringt das was (3-5 Tage danach beginnen).

Grüße
Franz

Gunny
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Re: kranke Henne trinkt nichts ?

Beitrag von Gunny » Di Mai 29, 2018 12:06

Ich habe nun Baytril zum oralen Einnehmen mitbekommen und es wurde eine Kropfprobe entnommen und ans Labor geschickt.
Ich muss sagen, daß es für die arme Henne eine ware Tortur ist ihr dies mit ner kleinen Spritze in den Schnabel zu kriegen. Ich habe mir erstmal eine Kropfkanüle bestellt. Das ist sicherlich angenehmer für sie. Jedenfalls mache ich das seit Freitag-abend und es ist keine Besserung zu sehen. Sie schläft hauptsächlich aufgeplustert und "entplustert" sich zum Fressen. Dann schläft sie wieder. Will man sie dann aus der Box fangen ist sie überraschend agil, gerade für einen Schauwellensittich.

HEUTE habe ich gerade die Rechnung vom Labor bekommen und da steht drauf "Trichomonaden - PCR". Was ist PCR ? Ist das das Verfahren um Trichos nachzuweisen ?
Jedenfalls ist das ganze doch völlig sinnlos, da Trichos nach ein paar Stunden doch nicht mehr nachweisbar sind, oder geht das mittlerweile ???

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Potswellis
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Re: kranke Henne trinkt nichts ?

Beitrag von Potswellis » Fr Jun 01, 2018 22:32

Kommt drauf an wie der TA das gemacht hat.
Aus einem Kropfabstrich können Proben speziell für Trichomonaden angezüchtet und dann nachgewiesen werden.
Oder
Sollte eine mikroskopische Untersuchung nicht möglich sein, kann die Probe prinzipiell auch im Labor untersucht werden, allerdings muss dann mit Hilfe einer Nährlösung sicher gestellt werden, dass die (ggf. abgestorbenen) Parasiten nicht austrocknen und aufplatzen, wodurch sie nicht mehr nachweisfähig werden.
Musst mal nachfragen.
LG
von Miss Daisy, Mr Pedro, Snoopy
und die Federlose Ute

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Gunny
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Re: kranke Henne trinkt nichts ?

Beitrag von Gunny » Sa Jun 02, 2018 14:56

Die Tierärztin versicherte mir am Freitag, daß sie Trichomonaden so eindeutig feststellen können. Da sie aber nichts gefunden haben soll ich erstmal Baytril weiter Oral geben und mich dann am Montag nochmal melden wie es aussieht. Bis jetzt allerdings kann ich keine Verbesserung feststellen. Sie schläft, frisst und dann schläft sie wieder. Wenn ich sie fangen will ist sie sehr agil und schimpft auch oft kurz. "Krrr-Krrr, du kriegst mich nicht...."

Gut daß ich jetzt eine Kropfkanüle habe ! Damit geht der ganze Vorgang doch SEHR viel entpannter für den Vogel vonstatten. Ich soll ihr 2 x täglich 0,2 ml Baytril auf 1 ml oral geben, also insgesamt 1,2 ml und dass dann 2 x täglich. Interessant finde ich, daß sie morgens/mittags immer etwas davon wieder hochwürgt und ausspuckt. Abends macht sie das nie.

Was könnte es denn noch sein ? Irgendwas wogegen Baytril, also Antibiotika wirkungslos ist....

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Re: kranke Henne trinkt nichts ?

Beitrag von Neandertaler » Sa Jun 02, 2018 22:02

Wenn Trichomonaden festgestellt wurden, würde ich dagegen behandeln! Baytril ist bei T. wirkungslos.

Die Anzeichen deuten auch darauf hin. Gerade das Hochwürfen des Kropfinhalts ist typisch für T. Wenn der Kropfinhalt dann weggeschleudert wird, gibt es die markanten Verklebungen dar Federn im Gesichtsbereich bis in die Stirn.

Wenn man einmal am Schnabel riecht und dies säuerlich ist, ist das noch einmal eine Bestätigung für T.
Mit Züchtergruß
aus dem Neandertal
Gerd Bleicher
- Neandertal ist überall -

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Re: kranke Henne trinkt nichts ?

Beitrag von Gunny » Mo Jun 04, 2018 12:28

Danke für die Antworten.
Trichos wurden im Labor keine festgestellt und die TA versicherte mir daß man sich dann auch darauf auch verlassen könne.
Sie würgt nur was aus, wenn ich ihr was eingeflößt habe. Wenn sie sonst von sich aus diese "leeren" Würgebewegungen macht kommt nichts, jedenfalls habe ich das noch nie gesehn. Das Gefieder unter dem Schnabel und am restlichen Kopf ist eigentlich immer trocken und sauber.

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